[T374 - Isoptera]
Deutlich sind die Bewegungsspuren zu erkennen, die die Termite im
zähen Harz hinterlassen hat.
[T398 - Auchenorrhyncha]
Selten erhalten sind Farbmuster wie auf den ausgebreiteten Flügeln
dieser Zikade.
[T406 - Sternorryncha: Aphidina]
Eine äußerst seltene Blattlausart. Die Stacheln dienen
ähnlich wie bei
einem Igel wohl zur Abwehr von Feinden.
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In über 700 Farbfotos auf 224 Seiten erhält
der Leser im wahrsten Sinn des Wortes einen Einblick in die Millionen
Jahre alte Welt, in der der Bernstein entstand. Denn in keinem anderen
Medium ist so altes Leben so perfekt erhalten wie in dem klaren
Harz, das von den Bäumen der Bernsteinwälder stammt. Der
Leser wird gleichsam vor ein Schaufenster geführt, in dem er
Pflanzen und Tiere des Tertlär betrachten kann. Sie stammen
aus einer Zeit, in der es noch keine Pferde, Elefanten oder Menschenaffen
gab. Und vor allem - noch keine Menschen, die das emsige Leben damals
hätten beobachten können.
In allgemeinverständlicher Weise führt das Buch in die
Herkunft des Bernsteins und das Zustandekommen der Inklusen ein.
Eine besondere Rolle spielt dabei der Baltische Bernstein, der vor
allem im Gebiet des ehemaligen Ostpreussen gewonnen wird. Aber auch
die Vielfalt anderer fossiler Harze aus aller Welt kommt zur Geltung.
Bei den eingeschlossenen Lebewesen handelt es sich vor allem um
die Winzlinge des Tertiär; denn alles, was aus dem einbettenden
Harz herausragte, zersetzte sich vollständig. So ist es vor
allem die Insektenwelt, die überliefert ist und die große
Ähnlichkeit zu ihren heutigen Vertretern aufweist. Der begleitende
Text schlägt stets die Brücke zu der Umwelt von heute
und macht auf zahlreiche, oft skurrile Eigenarten der Lebewesen
aufmerksam, deren Vorfahren im Bernstein konserviert sind.
Der Leser sieht neben der sprichwörtlichen Mücke im Bernstein
und anderen häufigen Inklusen wie Ameisen und Spinnen auch
zahlreiche Raritäten: Eintagsfliegen, Libellen, Gottesanbeterinnen,
filigrane Netzflügler und Gitterwanzen, Bienen und Stabheuschrecken.
In manchen Steinen sind Lebensmomente wie in einem Standbild eingefroren:
Ameisen, die verbissen miteinander kämpfen, Milben als Parasiten,
eine Biene, die einen Nektartropfen auswürgt. Man sieht Flohkrebse,
die abgestreifte Haut einer Eidechse, ein Schneckenhaus, Haare von
Säugetieren. Federn urzeitlicher Vögel, die auch das Titelbild
des Buches zieren.
Eine Besonderheit dieses Buches ist das Kapitel über Köcher
von Schmetterlingsraupen. Das Kapitel "Baumeister der Urzeit"
zeigt anhand von 45 Beispielen eine unglaubliche Vielfalt von Formen
und Materialien, die es so noch nirgends zu sehen gab.
Die originalen Einschlüsse sind oft nur millimeterklein. Die
Makrofotos zeigen in bis zu hundertfacher Vergrößerung
die verborgene Pracht der kleinen Lebewesen. Unter Verwendung des
Mehrschichtenverfahrens erreichen viele Abbildungen eine ungewöhnliche
Tiefenschärfe. Ein besonderer Augenschmaus sind die zahlreichen
Stereobilder. Ohne alle technischen Hilfsmittel kann sich der Betrachter
einen räumlichen Eindruck verschaffen und sieht dann die Inklusen
plastisch mitten im Stein schweben.
Im Schlussteil gibt der Verfasser wertvolle praktische Tipps für
die Echtheitsprüfung und für die Konservierung von Bernstein.
Insgesamt ein ungemein lohnendes Buch, reichhaltig und fesselnd,
eine wahre Augenweide für einen erstaunlich günstigen
Preis. Das Bernsteinbuch ist leider ausverkauft, ein Poster ist bei Wissenladen.de erhältlich |